Maritime Literatur

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Gorch Fock

Der Taucher


Dwars von Scharhörn, von der riesigen Bake, von der Sphinx der Elbmündung, -zwischen dem großen Vogelsand und dem Busch, dem Eiland Trischen, hart auf dem Sichtkreise des Helgoländer Blitzfeuers, guckte ein Mast aus dem Wasser, als es nach dem diesigen Nachmittag und der daakigen Nacht am anderen Morgen aufflackerte.
Ein Mast, ein Topp, von seekundigem Auge leicht hinzubringen, denn der lange Windflögel und die drei dicke Blöcke konnten nur einer holländischen oder einer ostfriesischen Tjalk gehören.
Er stand ziemlich schräg, wie die meisten Tjalkenmasten, und ragte eine gute Armlänge aus der See.
Manchmal wankte und bebte er deutlich: das war dann, wenn das unter dem Wasser stehende Großsegel von der Meeresströmung stärker erfaßt und zum Gieken gebracht war. Mit leisem Knarren, wie großer, verhaltener Angst, drehte der Flögel sich in dem wechselnden Morgenwind, als wenn er sein Schiff und seinen Schiffer suchte, als wenn er hilfespähend über das weite Wasser blickte.
Flaute der Wind wieder ab, dann ließ er den Wimpel hängen und trauerte.
Der Wachtmann des zweiten Feuerschiffes, ein Finkenwärder, der die Kimmung mit seinem Kieker nach bekannten Fischerewern absuchen wollte, war der erste, der ihn erblickte, und nicht lange danach stoppte das Rettungsboot bei dem Flögel und die Feuerschiffsleute suchten die Stelle ab.
Nichts war zu sehen, kein Mensch und kein Boot, kein Hund und kein Brett. Nicht einmal verlorene Luftblasen stiegen mehr auf.

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