Maritime Literatur

Maritime Literatur
Willkommen bei MaritimeLiteratur.de

Wir möchten Ihnen auf diesen Seiten kleinere Schätze der maritimen Literatur anbieten, die wir an anderer Stelle Im Web nicht finden konnten. Schmökern Sie sich durch diese verschollenen Perlen der Abenteuer- und Seefahrtsliteratur.

Viel Spaß dabei!

Gorch Fock

aus 'Schiffbruechig'

[...] Auf meiner dritten Reise.

Acht Tage waren wir schon mit unserem Ewer draußen, aber wir hatten noch nicht ein einziges Mal die Kurre aussetzen und noch keinen einzigen Streek tun können. Drei Tage hatte es für toll gebriest, nun war es zu still zum Fischen.
Das heißt, nur die Luft stand still, die See war noch in hoher Dünung und warf unser Fahrzeug wie einen kleinen Kahn hin und her. Und das Donnern und Klappern der Segel, das Quieken und Knarren der Gaffeln, das Klirren und Hämmern der Schoten hörte sich unheimlich genug an. [...]

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Sophie Woerishoeffer

aus 'Robert der Schiffsjunge'

[...] Und kopfschüttelnd versorgte der Alte die Tiere, kopfschüttelnd nähte er wieder Fleck auf Fleck auf die beschädigten Kleidungsstücke der Ortsbewohner und überlegte zum hundersten Male, womit er seinen einzigen Sohn zur Vernunft bringen solle.
Robert war ein so kluger Junge, konnte alles spielend vollenden, was anderen die größte Mühe verursachte, aber er hatte 'seinen eigenen Kopf', wie der Vater seufzend dachte, und er verachtete heimlich das Schneiderhandwerk, zu dem der doch auf jedem Fall erzogen werden sollte. [...]

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Joseph Conrad

aus 'Taifun'

[...] "Wir haben es ausgeführt, Herr Kapitän", keuchte er.
"Das hab ich mir gedacht", sagte Kapitän MacWhirr.
"So?" murmelte Jukes gereizt.
"Der Wind hat sich ganz plötzlich gelegt", fuhr der Kapitän fort.
Da brach Jukes los: "Wenn Sie glauben, daß es ein leichtes Stück -."
Aber sein Kapitän hielt sich an der Reling fest und gab nicht acht auf das, was er sagte.
"Nach den Büchern ist das Schlimmste noch nicht vorüber."
"Wenn die meisten von ihnen nicht infolge der Seekrankheit und der Angst halb tot gewesen wären, so hätte keiner von uns das Zwischendeck lebendig verlassen", sagte Jukes. [...]

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Frederick Marryat

aus 'Seekadett Easy'

[...] Um acht Uhr gehe ich an Bord, und Ihr könnt dann mit mir kommen."
Jack hatte dagegen nichts einzuwenden, er bezahlte in der Fontaine seine Rechnung, schickte seinen Koffer an Bord und bestieg mit dem Kapitän dessen Boot.
Abends neun Uhr befand sich Mr. Jack Easy wohlbehalten an Bord Seiner Majestät Schiff 'Harpye'.
Als Jack an Bord kam, war es dunkel, und er wußte nicht, was er mit sich anfangen sollte.
Der Kapitän wurde auf dem Deck von seinen Offizieren empfangen, die, um ihn zu begrüßen, den Hut zogen. [...]

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Gorch Fock

aus 'Die Blankeneserin'

[...] Und es kam ein heller, frischer Frühjahrstag über Berg und Strom gezogen, den die Vögel mit lautem Gesang begrüßten.
Die Flut wallte in Sonnenschein und Glanz mit ihrem Geschwader von Ewern, Kuttern, Tjalken, Kuffen und Jollen nach Hamburg hinauf.
Gesa stand nach ihrer Gewohnheit am Dachfenster und suchte die Reihe der Schiffe mit sehnsüchtigen Augen ab.
Harm hatte so lange nicht geschrieben, daß sie nicht einmal wußte, auf welchem Fahrzeug er jetzt fuhr. [...]

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Gorch Fock

aus 'Der Reeder'

[...] Gestern 139, heute 140 Tage. 140 Tage Reise von Terschelling nach Antofagasta, ein Klipper wie die 'Elisabeth': wer glaubt das? Hinrich Willers, der Reeder, schüttelte den Kopf, denn er konnte es nicht glauben und er glaubte es auch nicht. Das Schiff war verschollen.
Hinrich Willers stand am Balkonfenster seines weißen, schloßartigen Landhauses hinter Nienstedten, das von seiner stolzen Höhe über die Baumwipfel hinweg auf die Elbe sah, und hatte die grauen Augen in der Weite. [...]

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