Maritime Literatur

Maritime Literatur
Willkommen bei MaritimeLiteratur.de

Wir möchten Ihnen auf diesen Seiten kleinere Schätze der maritimen Literatur anbieten, die wir an anderer Stelle Im Web nicht finden konnten. Schmökern Sie sich durch diese verschollenen Perlen der Abenteuer- und Seefahrtsliteratur.

Viel Spaß dabei!

Joseph Conrad

aus 'Taifun'

[...] Wer sich denn um sein verfluchtes Barometer kümmere? Der Dampf sei die Hauptsache, und er könne ihn nicht mehr hochbringen; er führe ein Leben, schlimmer als der elendeste Hund, bei den in Ohnmacht fallenden Heizern drunten und dem verrückt gewordenen Chief dazu; seinetwegen könne die ganze Geschichte zum Teufel gehen, so bald sie wolle.
Er schien im nächsten Augenblick in Tränen ausbrechen zu wollen.
Plötzlich aber raffle er sich zusammen, murmelte dumpf: "Ich will sie in Ohnmacht fallen lehren", und stürzte davon. [...]

Mehr

Frederick Marryat

aus 'Seekadett Easy'

[...] "Das Beste, was Ihr tun könnt", sagte der Pädagoge.
Unser Held begegnete Dr. Mittleton.
"Ich will zur See, Doktor Mittleton."
"Das Beste, was Ihr tun könnt", entgegnete der Doktor.
"Ich will zur See, Mutter", sagte Jack abends beim Tee.
"Zur See, Jack? Zur See? Nein, nein, Jack, du sollst nicht zur See", versetzte Mrs. Easy mit Grausen.
"Doch, doch! Vater hat eingewilligt und gesagt, Eure Einwilligung würde er schon erhalten."
"Meine Einwilligung? Sagt er das? Ach, du mein Schöpfer! Ach, mein lieber, lieber Junge!" [...]

Mehr

Gorch Fock

aus 'Die Blankeneserin'

[...] Der aber im Sonnenschein den Strand heraufgegangen kommt, das ist Harm Lanker und kein anderer.
Das ist Simon von Ehrens Knecht und Bestmann.
Er hat sich schon in Battist geworfen.
Ein weißes Hemd und blaues Marinezeug trägt er, dazu hat er den breitrandigen Huler im Nacken.
Gesa wird ein wenig rot, aber sie blickt doch nicht zur Seite.
Und ihr Lachen steckt ihn an.
"Goden Dag, Blanknesersch!"
"Goden Dag, Finkwarder!"
"Na, steihst du beten up 'n Diek, to kieken?" [...]

Mehr

Gorch Fock

aus 'Der Reeder'

[...] Segel konnte es nicht mehr führen, so furchtbar raste der Sturm; so mußte es vor Topp und Takel lenzen.
Der Fockmast war niedergebrochen. Wild wie russische Wölfe stürzten die Seen sich auf das wehrlose Schiff, das schwer arbeitete in der riesenhaften Dünung vor Kap Horn, und der Sturm ging die Sache an, als wollte er einem das Herz aus dem Leibe wehen. Urplötzlich aber zog eine dichte Hagelflagge herauf und umschlang das Schiff und die See wie ein Leichentuch, daß nichts mehr von ihnen zu sehen war. [...]

Mehr

Gorch Fock

aus 'Schiffbruechig'

[...] Auf meiner dritten Reise.

Acht Tage waren wir schon mit unserem Ewer draußen, aber wir hatten noch nicht ein einziges Mal die Kurre aussetzen und noch keinen einzigen Streek tun können. Drei Tage hatte es für toll gebriest, nun war es zu still zum Fischen.
Das heißt, nur die Luft stand still, die See war noch in hoher Dünung und warf unser Fahrzeug wie einen kleinen Kahn hin und her. Und das Donnern und Klappern der Segel, das Quieken und Knarren der Gaffeln, das Klirren und Hämmern der Schoten hörte sich unheimlich genug an. [...]

Mehr

Gorch Fock

aus 'Auf Helgoland'

[...] Die greise Königin saß gen Westen gewendet, wie Sie immer zu tun pflegte. Schön-Helga stand neben ihr und ließ sich das Haar vom Wind kämmen.
Auf der Bank saß Herr Dietrich von Juist und schlief. Frühmorgends war er mit seinen Schaluppen herübergekreuzt, um Schön-Helga zu freien.
Aber ehe er in das rechte Fahrwasser kam, waren das gute Essen und der gute Wein ihm vor den Bug gekommen und hatten ihn über Stag gehen lassen. Nun war er eingeschlafen. [...]

Mehr